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Warum niemand eine Platzierung bei Google garantieren kann

Trefferliste neben einem durchgestrichenen Siegel

„Platz 1 bei Google, garantiert.“ Solche Angebote landen regelmäßig in denselben Postfächern wie ernst gemeinte Anfragen. Sie funktionieren, weil sie eine Sicherheit versprechen, die sich jeder wünscht. Nur kann diese Sicherheit niemand liefern, und zwar aus einem strukturellen Grund.

Eine Platzierung bei Google lässt sich nicht garantieren, weil die Rangfolge kein Zustand ist, sondern das Ergebnis einer Berechnung, die für jede Suchanfrage neu abläuft. Sie hängt vom Suchbegriff ab, vom Ort, vom Gerät, vom bisherigen Verhalten des Suchenden und vor allem davon, was der Wettbewerb parallel tut. Kein Beteiligter kontrolliert diese Größen.

Warum eine Garantie technisch nicht möglich ist

Drei Punkte reichen zur Begründung:

  • Es gibt nicht die eine Trefferliste. Zwei Menschen, die dasselbe Wort eingeben, sehen unterschiedliche Ergebnisse. Ort und Gerät allein verändern die Reihenfolge messbar. Eine Zusage auf „Platz 3″ müsste also zuerst beantworten: Platz 3 für wen, wo, auf welchem Gerät?
  • Die Konkurrenz arbeitet weiter. Eine Platzierung ist relativ. Selbst wenn an der eigenen Seite alles gleich bleibt, kann sie fallen, weil jemand anderes besser geworden ist. Zusagen über etwas, das von der Arbeit Dritter abhängt, sind keine Zusagen.
  • Die Bewertung ändert sich. Google passt seine Bewertung laufend an, mehrere Male im Jahr in nennenswertem Umfang. Was heute trägt, kann nach der nächsten Anpassung anders gewichtet sein.

Dazu kommt der Punkt, den Google selbst in seinen Richtlinien für Suchmaschinenoptimierung deutlich macht: Es gibt keinen bevorzugten Zugang, keine bezahlte Aufnahme in die organischen Ergebnisse und niemanden, der eine Position zusagen kann. Bezahlbar sind Anzeigen, und die sind als solche gekennzeichnet.

Woran erkenne ich ein unseriöses Angebot?

Ein Angebot ist nicht deshalb schlecht, weil es günstig ist. Diese Merkmale sind aber verlässliche Warnzeichen:

Aussage im Angebot Was daran nicht stimmt
„Platz 1 garantiert“ Setzt Kontrolle über Wettbewerb und Bewertung voraus. Die gibt es nicht.
„Wir kennen jemanden bei Google“ Es gibt keinen Weg, über Kontakte eine Position zu erhalten.
„500 Backlinks im Paket“ Gekaufte Verweise in Masse sind ein dokumentierter Verstoß gegen die Richtlinien.
„Ergebnisse in 14 Tagen“ Wirkung tritt in Wochen bis Monaten ein, nicht in Tagen.
Keine Nennung, für welche Suchbegriffe Eine Platzierung für ein Wort, das niemand sucht, ist wertlos und leicht zu liefern.

Der letzte Punkt ist der elegante Trick. Wer für „Individualsoftware Wangen im Allgäu Handwerksbetrieb Terminplanung“ auf Platz 1 landet, hat eine Platzierung erreicht, nach der niemand sucht. Die Zusage ist eingehalten, der Nutzen ist null.

Was sich stattdessen zusagen lässt

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Suchmaschinenoptimierung wirkt, sie ist nur an anderer Stelle messbar. Zusagen lassen sich alle Größen, die im eigenen Einflussbereich liegen:

  • Technischer Zustand. Ladezeit, Erreichbarkeit auf dem Telefon, saubere Überschriftenstruktur, strukturierte Daten, keine toten Verweise, korrekte Weiterleitungen. Das ist prüfbar, und zwar vorher und nachher.
  • Inhaltliche Abdeckung. Für welche Fragen deiner Kunden gibt es überhaupt eine Seite? Diese Lücke lässt sich benennen und schließen.
  • Sichtbarkeit als Verlauf. Nicht „Platz 3″, sondern wie sich Einblendungen, Klicks und durchschnittliche Position über die Zeit entwickeln. Diese Zahlen liefert die Google Search Console kostenlos.
  • Anfragen. Die einzige Größe, die am Ende zählt. Alles davor ist Zwischenschritt.

Die Kennzahl, auf die es tatsächlich ankommt

Platzierungen sind eine bequeme Zahl, weil sie einfach zu berichten ist. Sie sagt aber nichts über das Geschäft. Eine Seite kann von Platz 8 auf Platz 4 steigen und keine einzige zusätzliche Anfrage bringen, während eine andere auf Platz 6 stehen bleibt und ihre Anfragen verdoppelt, weil der Text endlich beantwortet, was der Leser wissen wollte.

Deshalb ist die sinnvolle Vereinbarung nicht „Platz X“, sondern ein regelmäßiger Blick auf Klicks je Suchbegriff und auf die Anfragen, die daraus entstehen. Das ist unbequemer, weil es keinen einfachen Erfolgsmoment liefert. Es ist aber die einzige Betrachtung, die eine Entscheidung über das Budget erlaubt.

Wie wir das machen

Wir sagen keine Platzierungen zu. Wir benennen den technischen Zustand vor der Arbeit, sagen zu, was daran verändert wird, und zeigen den Verlauf aus der Search Console. Wenn nach einigen Monaten keine Bewegung erkennbar ist, sagen wir das auch, statt eine neue Kennzahl zu suchen, die besser aussieht. Was wir im Bereich Sichtbarkeit übernehmen, steht unter Digital-Marketing und Suchmaschinenoptimierung.

Kann man ein Google-Ranking garantieren?

Nein. Die Rangfolge wird für jede Anfrage neu berechnet und hängt von Ort, Gerät und dem Verhalten des Wettbewerbs ab. Niemand kontrolliert diese Größen, und es gibt keine bezahlte Aufnahme in die organischen Ergebnisse.

Wie lange dauert es, bis Suchmaschinenoptimierung wirkt?

Technische Verbesserungen können innerhalb weniger Wochen sichtbar werden. Für inhaltliche Arbeit an umkämpften Suchbegriffen sind mehrere Monate realistisch. Zusagen im Bereich von Tagen sind ein Warnzeichen.

Woran erkenne ich eine unseriöse SEO-Agentur?

An zugesagten Platzierungen, an Paketen mit hunderten gekauften Verweisen, an behaupteten Kontakten zu Google und daran, dass nicht benannt wird, für welche Suchbegriffe die Platzierung gelten soll.

Welche Kennzahlen sollte ein SEO-Bericht enthalten?

Einblendungen, Klicks und durchschnittliche Position je Suchbegriff aus der Search Console, dazu die Entwicklung der Anfragen. Eine reine Liste von Platzierungen ohne Bezug zu Klicks sagt wenig aus.