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Die drei Zahlen, die Google an deiner Website misst

Drei Messuhren nebeneinander

Die Search Console meldet, dass Seiten „verbesserungswürdig“ sind, und nennt drei Abkürzungen. Für eine Entscheidung darüber, ob man Geld in die Hand nimmt, hilft das erst weiter, wenn man weiß, was tatsächlich gemessen wird.

Die drei Werte messen drei verschiedene Erfahrungen: Wie lange dauert es, bis der Hauptinhalt zu sehen ist? Wie schnell reagiert die Seite auf einen Klick? Und springt der Inhalt beim Laden herum? Gemessen wird bei echten Besuchern, nicht im Test.

LCP: wann ist der Hauptinhalt da?

Largest Contentful Paint misst, wann das größte sichtbare Element fertig dargestellt ist. Das ist meist das Bild ganz oben oder die Hauptüberschrift.

Bewertung Wert
gut bis 2,5 Sekunden
verbesserungswürdig 2,5 bis 4 Sekunden
schlecht über 4 Sekunden

Typische Ursachen: Ein zu großes Bild ganz oben, eine langsame Serverantwort, oder Schriften und Stylesheets, die das Darstellen blockieren. In dieser Reihenfolge lohnt sich auch die Prüfung.

Wer es beeinflusst: Bild und Einbindung liegen bei dir, die Serverantwort beim Hosting. Beides ist behebbar.

INP: wie schnell reagiert die Seite?

Interaction to Next Paint misst die Zeit zwischen einem Klick oder Tastendruck und der sichtbaren Reaktion. Der Wert hat den früheren Reaktionswert abgelöst, weil er die gesamte Sitzung betrachtet und nicht nur die erste Interaktion.

Bewertung Wert
gut bis 200 Millisekunden
verbesserungswürdig 200 bis 500 Millisekunden
schlecht über 500 Millisekunden

Typische Ursachen: Zu viel JavaScript, das gleichzeitig rechnet. Aufklappmenüs, Filter und Animationen, die bei jedem Klick mehr tun als nötig. Dieser Wert ist der einzige der drei, der auch nach dem Laden noch schlecht werden kann, und er hängt eng mit dem zusammen, was eine Seite beim Scrollen zäh wirken lässt.

Wer es beeinflusst: Ausschließlich die Seite selbst. Ein besseres Hosting ändert daran nichts.

CLS: springt der Inhalt?

Cumulative Layout Shift misst, wie stark sich Inhalte während des Ladens verschieben. Der Wert ist eine Verhältniszahl ohne Einheit.

Bewertung Wert
gut bis 0,1
verbesserungswürdig 0,1 bis 0,25
schlecht über 0,25

Typische Ursachen: Bilder ohne Größenangabe im Markup, nachgeladene Schriften mit abweichender Breite, eingeblendete Hinweisleisten, und Werbe- oder Einbindungsflächen ohne reservierten Platz.

Wer es beeinflusst: Fast vollständig die Seite selbst, und es ist der Wert, der sich am günstigsten verbessern lässt. Größenangaben nachzutragen ist mechanische Arbeit mit sofortiger Wirkung.

Wo du die echten Werte findest

In der Search Console unter „Core Web Vitals“, getrennt nach Mobil und Rechner. Diese Werte stammen von echten Besuchern der letzten 28 Tage. Bewertet wird jeweils der Wert, unter dem 75 Prozent der Aufrufe liegen, also nicht der Durchschnitt.

Daraus folgt zweierlei: Eine Verbesserung wird erst nach Wochen sichtbar, und einzelne sehr langsame Aufrufe ziehen den Wert nicht nach unten. Wichtig ist die Erfahrung der langsameren Viertelmehrheit.

Wie stark wirken die Werte auf die Platzierung?

Ehrlich gesagt: weniger, als der Aufwand vermuten lässt, mit dem darüber gesprochen wird. Sie sind ein Kriterium unter vielen, und sie werden vor allem dann relevant, wenn zwei Ergebnisse inhaltlich vergleichbar sind. Ein hervorragender Beitrag auf einer mittelmäßig schnellen Seite steht weiterhin vor einem dünnen Beitrag auf einer sehr schnellen.

Der wirkliche Grund, sie zu verbessern, ist ein anderer und wichtigerer: Sie beschreiben, ob die Benutzung angenehm ist. Eine Seite, die springt und träge reagiert, verliert Besucher, unabhängig davon, an welcher Stelle sie gefunden wurde.

Die Reihenfolge, in der es sich lohnt

  1. CLS zuerst. Am günstigsten zu beheben, meist mechanisch, wirkt sofort.
  2. LCP als Zweites. Ein zu großes Bild ganz oben ist in einer Stunde behoben.
  3. INP zuletzt. Am aufwendigsten, weil es um die Menge und Verteilung von JavaScript geht.

Wie wir das angehen

Wir sehen zuerst in die Felddaten und nicht in den Test, weil nur die Felddaten beschreiben, was Besucher erleben. Danach folgt die Reihenfolge oben, und nach jedem Schritt wird erneut gemessen. Mehr dazu unter Webentwicklung und technische Optimierung.

Was sind Core Web Vitals?

Drei Messwerte, die Google bei echten Besuchern erhebt: die Zeit bis zum Erscheinen des Hauptinhalts, die Reaktionszeit auf Eingaben und das Ausmaß, in dem Inhalte während des Ladens verspringen.

Welche Grenzwerte gelten?

Für den Hauptinhalt bis 2,5 Sekunden, für die Reaktionszeit bis 200 Millisekunden, für das Verspringen bis 0,1. Bewertet wird jeweils der Wert, unter dem 75 Prozent der Aufrufe liegen.

Wie stark beeinflussen sie das Ranking?

Sie sind ein Kriterium unter vielen und wirken vor allem bei inhaltlich vergleichbaren Ergebnissen. Der wichtigere Grund für eine Verbesserung ist die Benutzbarkeit selbst.

Welchen Wert sollte ich zuerst verbessern?

Das Verspringen des Layouts, weil es sich meist mechanisch beheben lässt und sofort wirkt. Danach die Zeit bis zum Hauptinhalt, zuletzt die Reaktionszeit, die den größten Aufwand bedeutet.