Die Spannweite in dieser Frage ist größer als bei fast jedem anderen Gewerk. Zwei Anfragen mit identischem Wortlaut können um den Faktor zehn auseinanderliegen, und das liegt nicht an den Anbietern, sondern daran, dass „App“ kein Umfang ist.
Fünf Faktoren bestimmen den Preis: die Anzahl der Funktionen, die Anbindung an vorhandene Systeme, die Offline-Fähigkeit, die Zahl der Plattformen, und die Anforderungen an Nachweisbarkeit. Wer diese fünf für sein Vorhaben beantwortet, bekommt vergleichbare Angebote statt Hausnummern.
1. Umfang der Funktionen
Der offensichtliche Faktor, und trotzdem der am schlechtesten beschriebene. Hilfreich ist, nicht in Funktionen zu denken, sondern in Bildschirmen: Wie viele verschiedene Ansichten braucht die Anwendung, und wie viele Felder hat die größte?
Eine Erfassungs-App mit vier Ansichten und einem Formular ist ein anderes Vorhaben als eine mit Auftragsliste, Kalender, Materialverwaltung, Auswertung und Verwaltungsbereich. Der Unterschied ist nicht doppelt, sondern ein Vielfaches, weil jede Ansicht auch getestet und gepflegt werden muss.
2. Anbindung an vorhandene Systeme
Eine App, die für sich steht, ist überschaubar. Sobald sie Aufträge aus der Warenwirtschaft zieht oder Stunden in die Lohnabrechnung schreibt, kommt je Verbindung Aufwand hinzu, und der hängt stark davon ab, was das andere System anbietet.
Die entscheidende Vorabfrage lautet: Gibt es zu deinem Bestandssystem eine dokumentierte Schnittstelle? Wenn ja, ist die Verbindung kalkulierbar. Wenn nein, muss ein Weg gefunden werden, und dieser Weg ist der unsicherste Posten im ganzen Angebot.
3. Offline-Fähigkeit
Der teuerste Einzelposten, wenn er gebraucht wird. Nicht wegen der lokalen Speicherung, sondern wegen des Abgleichs: Konflikte, abgebrochene Übertragungen, Datenalter, verlorene Geräte. Was dabei zu klären ist, steht im Beitrag über Offline-Fähigkeit im Außendienst.
Prüf ehrlich, ob du ihn brauchst. Wenn die Arbeit im Haus mit WLAN stattfindet, entfällt ein erheblicher Teil des Aufwands.
4. Zahl der Plattformen
Zwei Plattformen bedeuten nicht die doppelten Kosten, aber deutlich mehr als eine. Mit plattformübergreifenden Werkzeugen entsteht eine gemeinsame Grundlage, dennoch bleiben getrennte Einreichung, getrennte Tests und plattformeigene Besonderheiten.
Zum Zuschneiden: Sieh nach, welche Geräte im Betrieb tatsächlich im Einsatz sind. Wenn alle Monteure dasselbe Betriebssystem verwenden, reicht eine Plattform für den Anfang.
5. Nachweisbarkeit
Muss belegbar sein, wer wann was erfasst hat? Müssen Protokolle nach der Unterschrift unveränderbar sein? Gibt es Aufbewahrungsfristen? Solche Anforderungen sind oft berechtigt und kosten Aufwand in Datenhaltung, Oberfläche und Test.
Die Kosten, die im Angebot fehlen
Nach der Fertigstellung entstehen laufende Kosten, unabhängig davon, ob sich fachlich etwas ändert:
- Entwicklerkonten beider Stores. Jährliche Gebühren, unvermeidbar.
- Anpassungen an Systemvorgaben. Beide Plattformen erhöhen regelmäßig die Mindestanforderungen an eingereichte Apps. Wer nicht nachzieht, verschwindet irgendwann aus dem Store.
- Serverbetrieb. Fast jede App hat einen Gegenpart im Netz, und der will betrieben, gesichert und überwacht werden.
- Fehlerbehebung. Auch ohne neue Funktionen tauchen Fehler auf, meist auf Geräten, die niemand vorhergesehen hat.
Als grober Anhalt sollte pro Jahr ein spürbarer Anteil der ursprünglichen Entwicklungskosten für den Erhalt eingeplant werden. Wer das nicht tut, hat nach zwei Jahren eine App, die im Store nicht mehr aktualisiert wird.
Wie du den Preis selbst senkst
Der wirksamste Hebel ist ein erster Ausbau, der genau einen Ablauf abdeckt. Nicht die App, die alles kann, sondern die, die den größten Zeitfresser beseitigt. Sie ist schneller im Einsatz, liefert echte Rückmeldungen und verhindert die teuerste Variante: eine umfangreiche Anwendung, deren Hälfte nie benutzt wird.
Der zweite Hebel ist die Vorarbeit. Wer das bestehende Papierformular mitbringt und markiert, welche Felder wirklich gebraucht werden, spart mehrere Klärungsrunden.
Woran du ein unrealistisches Angebot erkennst
- Der Preis steht, bevor über Offline-Betrieb und Anbindungen gesprochen wurde.
- Store-Einreichung und Tests auf echten Geräten sind nicht ausgewiesen.
- Es gibt keine Aussage zu laufenden Kosten nach der Übergabe.
- Es kamen keine Rückfragen. Wer nicht fragt, hat die Aufgabe nicht durchdrungen.
Wie wir das angehen
Wir beantworten die fünf Faktoren gemeinsam im Erstgespräch und kalkulieren danach mit benannten Bestandteilen, damit sich etwas streichen lässt, ohne dass die Kalkulation zusammenbricht. Die laufenden Kosten stehen im Angebot und nicht in der Rechnung des zweiten Jahres. Mehr dazu unter App-Entwicklung für Unternehmen.
Was bestimmt den Preis einer App?
Fünf Faktoren: Umfang der Funktionen, Anbindung an vorhandene Systeme, Offline-Fähigkeit, Anzahl der Plattformen und Anforderungen an Nachweisbarkeit. Jeder davon lässt sich bewusst zuschneiden.
Welche laufenden Kosten hat eine App?
Entwicklerkonten beider Stores, regelmäßige Anpassungen an neue Systemvorgaben, Betrieb des zugehörigen Servers und Fehlerbehebung. Diese Kosten fallen an, auch wenn sich fachlich nichts ändert.
Ist eine App für beide Plattformen doppelt so teuer?
Nein, aber deutlich teurer als eine. Mit plattformübergreifenden Werkzeugen entsteht eine gemeinsame Grundlage; getrennt bleiben Einreichung, Tests und plattformeigene Besonderheiten.
Wie kann ich die Entwicklungskosten senken?
Durch einen ersten Ausbau, der genau einen Ablauf abdeckt, statt einer Anwendung mit allen Wünschen. Dazu Vorarbeit im Betrieb, etwa das bestehende Formular auf die wirklich nötigen Felder zu reduzieren.
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