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Eine App ist nie fertig: was Wartung tatsächlich bedeutet

Zahnräder neben einem Kalenderraster

Bei einer Website ist Wartung freiwillig. Man kann eine Seite jahrelang stehen lassen, sie funktioniert weiter. Bei einer App ist das anders, und dieser Unterschied überrascht regelmäßig.

Eine App, an der nichts geändert wird, verschwindet nach einiger Zeit aus dem Store. Beide Plattformen erhöhen regelmäßig die Mindestanforderungen an eingereichte Anwendungen. Wer nicht nachzieht, kann keine Aktualisierung mehr veröffentlichen, und irgendwann wird die App aus dem Angebot genommen. Das ist keine Ausnahme, sondern der Regelbetrieb.

Was tatsächlich anfällt

Erzwungene Anpassungen durch Plattformvorgaben

Etwa einmal im Jahr steigt die geforderte Mindestversion der Entwicklungsumgebung. Damit ändern sich Schnittstellen, Berechtigungen werden neu geregelt, und einzelne Funktionen verhalten sich anders. Der Aufwand reicht von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen, je nachdem, wie tief die App in Systemfunktionen greift.

Zusatzmodule und Bibliotheken

Jede App verwendet fremde Bausteine. Die werden aktualisiert, manche werden eingestellt, in manchen werden Sicherheitslücken bekannt. Ein Modul, das nicht mehr gepflegt wird, muss ersetzt werden, und das ist mehr Arbeit als eine Aktualisierung.

Neue Geräte und Bildschirmformate

Faltbare Geräte, ungewöhnliche Seitenverhältnisse, Aussparungen im Bildschirm, sehr große Schriftgrößen aus den Bedienungshilfen. Fehler zeigen sich meist auf einem Gerät, das niemand im Test hatte.

Entwicklerkonten

Beide Plattformen erheben jährliche Gebühren. Läuft ein Konto ab, verschwindet die App aus dem Store. Das passiert häufiger als man denkt, weil die Erinnerungsmail an eine Adresse geht, die niemand mehr liest.

Der Server dahinter

Fast jede betriebliche App hat einen Gegenpart im Netz. Der braucht Aktualisierungen, Sicherungen mit Wiederherstellungstest und Überwachung. Dieser Teil wird bei App-Angeboten häufig gar nicht erwähnt.

Was passiert, wenn man es lässt

Der Verlauf ist recht vorhersehbar:

  1. Nach etwa einem Jahr: Aktualisierungen lassen sich nicht mehr einreichen, weil die Mindestanforderungen gestiegen sind. Die vorhandene App läuft weiter.
  2. Nach etwa zwei Jahren: Auf neuen Geräten treten Darstellungsfehler auf. Einzelne Funktionen arbeiten nicht mehr, weil sich Berechtigungen geändert haben.
  3. Danach: Die App wird aus dem Store genommen. Wer sie installiert hat, kann sie meist weiter nutzen, aber niemand Neues bekommt sie, und nach einem Gerätewechsel ist sie weg.

Der letzte Punkt ist der, der wehtut. Ein neuer Mitarbeiter bekommt die App nicht mehr installiert, und dann liegt eine Anwendung brach, die einmal Geld gekostet hat.

Was das in Zahlen bedeutet

Als grober Anhalt: Rechne pro Jahr mit einem spürbaren Anteil der ursprünglichen Entwicklungskosten allein für den Erhalt, ohne jede neue Funktion. Bei einer App mit vielen Gerätefunktionen liegt der Anteil höher als bei einer einfachen Erfassungsanwendung.

Dazu kommen die Entwicklerkonten und der Serverbetrieb. Diese drei Posten gehören in die Entscheidung, ob eine App überhaupt der richtige Weg ist. Wenn sie den Nutzen aufzehren, ist eine Webanwendung möglicherweise die bessere Antwort, weil dort keine Plattform Termine setzt. Welche Merkmale eine App rechtfertigen, steht im Beitrag über App oder Website.

Wie sich der Aufwand begrenzen lässt

  • Wenige Zusatzmodule. Jedes fremde Modul ist eine zusätzliche Quelle für erzwungene Arbeit. Was mit Bordmitteln geht, sollte mit Bordmitteln gemacht werden.
  • Automatisierte Tests für die Kernabläufe. Nicht alles, aber die zwei bis drei Wege, die täglich benutzt werden. Damit sieht man nach einer erzwungenen Aktualisierung in Minuten, ob etwas kaputt ist.
  • Eine Testgruppe im Betrieb. Zwei bis drei Personen, die neue Fassungen vor allen anderen bekommen. Das kostet nichts und fängt den größten Teil der Überraschungen ab.
  • Zugänge dokumentieren. Entwicklerkonten, Signaturschlüssel und Zertifikate gehören an einen Ort, an den der Betrieb kommt, und nicht nur zum Dienstleister.

Der letzte Punkt ist unabhängig von der Wartung wichtig. Ohne Signaturschlüssel lässt sich eine bestehende App auf einer der beiden Plattformen nicht aktualisieren, und ein Verlust bedeutet eine neue App mit neuer Installation bei allen Nutzern.

Wie wir das handhaben

Wir weisen die laufenden Kosten im Angebot aus, nicht in der Rechnung des zweiten Jahres, und wir dokumentieren Zugänge und Schlüssel so, dass der Betrieb sie hat. Eine Wartungsvereinbarung ist keine Bedingung, aber die Termine der Plattformen gelten auch ohne sie. Mehr dazu unter App-Entwicklung und Betrieb.

Warum braucht eine App laufende Wartung?

Weil beide Plattformen regelmäßig die Mindestanforderungen an eingereichte Anwendungen erhöhen. Wer nicht nachzieht, kann keine Aktualisierung mehr veröffentlichen und verliert die App langfristig aus dem Store.

Was kostet die Wartung einer App pro Jahr?

Als grober Anhalt ein spürbarer Anteil der ursprünglichen Entwicklungskosten, ohne neue Funktionen. Dazu kommen die jährlichen Entwicklerkonten beider Plattformen und der Betrieb des zugehörigen Servers.

Was passiert, wenn eine App nicht gepflegt wird?

Zunächst lassen sich keine Aktualisierungen mehr einreichen, dann treten auf neuen Geräten Fehler auf, schließlich wird die App aus dem Store genommen. Bestehende Installationen laufen meist weiter, neue sind nicht mehr möglich.

Wem gehören Entwicklerkonto und Signaturschlüssel?

Sie sollten beim Betrieb liegen, nicht nur beim Dienstleister. Ohne Signaturschlüssel lässt sich eine bestehende App auf einer der Plattformen nicht aktualisieren; ein Verlust erzwingt eine neue App mit Neuinstallation bei allen Nutzern.